when in Munduk // authentisches Bali

Allgemein, Experiences

Nachdem Nils und ich in unseren freien Tagen bereits einige Strände bereist und uns die Sonne auf den Bauch haben scheinen lassen, war es Zeit für etwas abenteuerlicheres. Ohne wirklich zu wissen, was uns erwarten würde fiel unsere Wahl auf ein 5000-Einwohner Dörfchen mitten im Landesinneren Balis.

Munduk ist ein noch sehr ursprüngliches Dorf fernab des Massentourismus. Wir machten uns an einem Freitag früh morgens auf den Weg und erreichten Munduk nach etwas über 1500 zurückgelegten Höhenmetern. Was uns erwartete war eine atemberaubende kühle und neblige Atmosphäre. Ein einfaches Dörfchen inmitten von Bergkämmen, die mit Dschungel, Reisfeldern, Obstbäumen & Palmen übersät waren. Allein die Fahrt dorthin war absolut spannend, gestartet bei Sonnenschein und knapp 30 Grad, durch prasselnden Regen auf den Bergkämmen mit Sichtweiten unter 50 Metern und angekommen bei nur etwa 24 Grad. Das klingt im ersten Moment noch warm, da wir uns aber so an das warme Klima gewöhnt hatten, bekamen wir erst einmal ordentliche Gänsehaut.

 

Was uns ebenfalls relativ schnell auffiel, war die Ursprünglichkeit. Keine großen mit Asiaten gefüllten Busse, keine Souvenirshops. Nur unendlich grüne Weiten und herzlich lächelnde Locals. In unserer Unterkunft angekommen warteten wir auf meine Freundin Sophia, die ich noch aus Hamburg kenne und mit der ich den letzten Urlaub auf Mallorca verbracht hatte. Nie hätten wir gedacht, dass wir uns in Indonesien sogar zweimal sehen würden – einmal auf Nusa Lembongan und einmal in Munduk. Umso schöner, dass unsere Anreisen aus zwei verschiedenen Gegenden so gut geklappt hatten. Generell etwas, was wir hier gelernt haben: In Indonesien klappt am Ende alles, auch wenn man nicht immer weiß, wie.

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Unser Gastgeber drückte uns bei unserer Ankunft eine handgemalte Wanderkarte in die Hand. Dass wir diese drei Tage später noch verfluchen würden, hätten wir da schon gern gewusst – dazu später mehr. Den Nachmittag verbrachten wir noch mit einer kleinen Wanderung auf der Suche nach dem Zentrum Munduks. Es gibt keinen richtigen Ortskern, da sich das Dorf auf die Bergstraße und die Umgebung erstreckt. Wir machten es uns in einem Warung mit Ausblick auf die Landschaft gemütlich, bis uns der erste heftige Regenschauer erwischte und wir die Zeit überbrücken mussten. Um gewappnet für unsere erste Wanderung zu sein, entschieden wir, früh schlafen zu gehen. Das sollte sich auszahlen.

LRG_DSC01211LRG_DSC01224IMG_5368LRG_DSC01259Es hieß, die Wanderung auf unserer professionellen Karte ließe sich komplett in etwa 5 Stunden maximal durchführen. So dachten wir, wäre dies perfekt für einen Tagesausflug. Nach etwa der ersten Dreiviertel Stunde erreichten wir den Red Coral Waterfall, ein wirklich wunderschönes Fleckchen Erde.

LRG_DSC01256LRG_DSC01273LRG_DSC01336LRG_DSC01337LRG_DSC01346IMG_54697d738d55-8bf1-492a-838e-ae6559a994f1LRG_DSC01363Der wohl bekannteste Wasserfall Balis ist der Tegenungan Waterfall in der Nähe von Ubud. Den Anblick teilt man sich gut und gerne mal mit 50-200 anderen Touristen. Hier in Munduk waren wir nie mehr als 10 Leute, was das ganze noch eindrucksvoller gemacht hat. Über Stock und Stein durch sattes Grün ging es noch zu zwei weiteren weitaus imposanteren und lauteren Wasserfällen. Durch die ständige Steigung hatte die Wanderung es schon in sich und wir waren froh, als wir nach etwa 3 Stunden die Hauptstraße wieder erreichten und uns erstmal in einem Warung stärken konnten. Zum Glück fing es wieder pünktlich zu Mittag aus allen Eimern zu regnen an. Zum Glück aus folgendem Grund:

Als wir uns am Folgetag auf den Weg zu den Reisfeldern auf der Karte machten, endete dies in einem absoluten Desaster. Es stellte sich heraus, dass die Karte einen gültigen Maßstab so weit verfehlt hatte, dass Nils und Sophia sich vollkommen verlaufen hatten und letztlich eine 4-stündige 19km lange Wanderung hinlegten. Ich hatte mich aufgrund meines Muskelkaters glücklicherweise zum richtigen Zeitpunkt noch von einem Local auf seinem Roller zurückbringen lassen. Für eine Wanderung in Munduk empfehle ich daher Applikationen wie Maps Me 🙂

 

Ein weiteres Highlight war das Deutschlandspiel gegen Schweden. Aufgrund der Zeitverschiebung mussten wir uns den Wecker auf nachts um 1.30 Uhr stellen. Weit und breit gab es nur einen Ort, an dem das Spiel gezeigt wurde: Ein mit Planen überdachter Unterstand eines Locals. Nachts und absolut frierend (wir hatten natürlich keine sonderlich warme Kleidung dabei) erwarteten uns etwa 15 Einheimische und eine Leinwand. Immerhin die Bierbank auf der wir saßen vermittelte uns ein bisschen Heimatgefühl.

Nach dem Spiel legten wir uns für eine Stunde erneut schlafen, um gegen 5.30 Uhr wieder fit in Richtung Sonnenaufgang starten zu können. Okay, kleiner Witz. Es gab keinen richtigen Sonnenaufgang – wie sich herausstellte auch die Tage davor und danach nicht, da zu dieser Zeit morgens immer eine dicke Wolkenwand über die Bergkämme zog. Nichts desto trotz hatte es etwas mystisches, so früh morgens als einer der Ersten und ohne viele Touristen am Pura Ulun Danu Bratan, einem von Balis bedeutendsten Wassertempeln, zu sein. Die Tempelanlage, die wohl eins der beliebtesten Postkartenmotive ist, liegt in etwa 1200 Metern Höhe am Bratansee. Dementsprechend frisch wars auch wieder für uns.

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Unser Rückweg führte über ein großes Gate zu einem Golfresort. Ich bezweifle, dass es eine Bedeutung hat, wir fanden es einfach hübsch und imposant. Und weil Nils ( & ich natürlich auch ein bisschen) Fans von tollen Resortanlagen sind, wollten wir uns es nicht nehmen lassen, einen Stop bei einem der weltweit schönsten Infinity-Pools zu machen und mal wieder richtigen Kaffe bzw Cappuccino zu trinken.

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Vollkommen erschöpft verbrachten wir drei den Tag noch ganz entspannt in unserer Unterkunft, aßen lecker indonesisch und kurierten unseren Muskelkater und freuten uns auf die Rückkehr in wärmere Temperaturen Zuhause. Zuhause bedeutet übrigens für uns aktuell Kerobokan, ein Bezirk nördlich von Seminyak und östlich an Cangguu angrenzend.

Mit dem Gefühl, ein Fleckchen unberührtes und echtes Bali erlebt zu haben sind wir richtig froh, uns für einen Ausflug nach Munduk entschieden zu haben und können einen solchen wärmstens empfehlen. Apropos warm: Ein zweites Mal nur mit langer Hose und Hoodie im Gepäck. 🙂

Sonnige Grüße nach Deutschland

xx

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