no fixed destination – direction happiness

Allgemein, Experiences

Immer schon weit oben auf meiner To-Do-Liste stand ein Roadtrip. Mit einem Campervan, Freiheitsgefühl pur, von Pinterest hoffnungslos inspiriert. Genau das haben Isi & ich uns nun gemeinsam für ein paar Nächte erfüllt, die portugiesische Küste, Musik aus den Boxen, Sunsets und wir – eingekuschelt in unsere Bettdecken aufs Meer blickend.

IMG_0423Den richtigen Van zu finden, war gar nicht so leicht. Auch wenn die Hauptsaison zwar schon vorbei ist, handelt es sich hier auch schnell um die Summe für einen kleinen Kurzurlaub. Verschiedenste Anbieter haben wir durchforstet, bis wir bei AirBnB fündig geworden sind – der Mitsubishi Vanette von Tito ist’s geworden. Was für ein Schmuckstück! Wir wären keine Frauen, hätten wir uns nicht vorher schon einen kleinen Plan gemacht, was wir alles einpacken, um es uns gemütlich zu machen. Ganz vorne dran natürlich Lichterketten!

Freitag starteten wir Mittags in Lissabon. Eine konkrete Route haben wir uns nicht zurechtgelegt, es war eher so ein Finger-auf-Google-Maps-legen und „hier so lang, werden wir schon schaffen“, ungeachtet des Maßstabs natürlich. Ich persönlich bin ohnehin kein Fan von großen Plänen auf Reisen, ich mag es mehr unvorhergesehen und meine eigenen Erfahrungen abseits der klassischen Touristenerfahrung zu machen. Zumindest versuche ich das immer. Umso wohler hab ich mich in Isi’s Gesellschaft gefühlt, nach dem Prinzip zu Reisen entsprach auch ganz ihrer Vorstellung von einem ungezwungenen Roadtrip.

Well-prepared mit einer vorab zusammengestellten Playlist (zum Glück haben wir den selben Musikgeschmack- wer mich kennt, weiß, dass ich beim Fahren keinen Song länger als 20 Sek. anhabe) sind wir Richtung Süden an der Westküste entlang gefahren, rechts von uns die langsam untergehende Sonne, jede von uns mit einem glückseligen Lächeln auf dem Gesicht. Gemeinsam Schweigen kann so beruhigend sein.

Da ich seit Jahren regelmäßig Auto fahre und Isi nicht, war es ein unausgesprochenes Agreement, dass ich die Kontrolle über diesen wunderschönen alten Van ohne Servo-Lenkung habe. Ein Wunder, dass ich nach vier Tagen keinen Muskelkater davon habe!

Unser Halt für den ersten Abend war ein Strandabschnitt unterhalb von Sines, die Hinterreifen nahezu im Sand, das Meer etwa 40m von uns entfernt. Während ich meine Canon für den Sunset zückte hat Isi uns ein wie immer köstliches Mahl zubereitet und wir haben die Ruhe fernab Lissabons Trubel genossen. Mit Blick in die Sterne und einer Flasche Wein.

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Unerwartet schnell hat es uns am nächsten Tag über einen kurzen Besuch in Villa Nova schon in die Nähe von Lagos verschlagen am südlichen Ende Portugals. Wir hatten uns schon gefreut, uns einmal frühzeitig um einen schönen Stellplatz kümmern zu können, leider hat uns Google Maps hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dort werden selbst die kleinsten Schotterwege als Straßen verzeichnet, so dass wir zunächst ratlos in einem Pinienwald standen und nicht mehr weiterfahren konnten und anschließend die selbe Situation etwa zweimal innerhalb von 1,5 h Fahrt hatten. Am Ende kamen wir dann doch an einer schönen Klippe mit Blick auf den Atlantik an und waren happy darüber, angekommen zu sein. Auch dieses Glück sollte zunächst nur von kurzer Dauer sein, denn auf verflixtes Google Maps & holprige Straßen folgte Tropensturm Leslie.

10796924384_IMG_069610796744016_IMG_071110796740992_IMG_0707Gemütlich und gut angeheitert lagen wir abends in unserem Van, Netflix im Hintergrund, bis uns die ersten Nachrichten erreichten. „Wo in Portugal seid ihr, ihr steht doch nicht an einer Küste oder?“, „Hast du von dem Hurricane gehört?“,“Please stay safe the night and dont park the van near to the coast“. So ging es im 10-Minuten-Takt und auch der Wind legte mit jeder Stunde ordentlich nach, so dass der Van richtig rüttelte. „Sarah, du sagst mir doch, wenn wir uns wirklich Sorgen machen müssen, oder?“ – mit einer Flasche Wein nimmt man die Dinge eben etwas entspannter. Nach kurzem Nachrichtencheck beschlossen wir aber noch um 11 Uhr nachts den Van von der 4m entfernten Klippe wegzuparken und fuhren in ein Wohngebiet. Sicher ist sicher. Kaum geparkt, startete auch der Platzregen und es stürmte ordentlich. Da hatten wir unser kleines unvorhergesehenes Abenteuer. Reichte uns dann aber auch 🙂

IMG_0396Lagos haben wir, um unsere Vorräte aufzufüllen und für einen kleinen Stadtbummel, besucht. Wie in jedem anderen Ort, den wir gesehen hatten, waren auch hier Mitte Oktober die Gehsteige hochgeklappt und nur selten Touristen zu sehen. Ich persönlich mag es so am liebsten, auch wenn manche Gegenden wirklich ausgestorben wirken. Wir starteten den Sonntag mit einem Gläschen Rotwein und einem guten Kaffee (wobei nichts über den Espresso geht, den Isi uns morgens mit der Moccamaschine gemacht hat!). Für unseren letzten Abend hatten wir noch einen Ratschlag für einen Stellplatz bekommen und fühlten uns wohl, uns auf einen persönlichen Tipp anstatt Google Maps verlassen zu können. Seht selbst:

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Die Heimreise fiel uns beiden irgendwie schwerer als gedacht. Freitag Mittag waren wir die beiden glücklichsten Menschen der Welt. Zwei Blondies in einem alten Van über die Ponte de 25 Abril, Lissabon im Rücken, die Backstreet Boys auf 115db, Zweisamkeit vor uns und heute, drei Tage später der selbe Anblick, nur mit Schnuten statt ins Gesicht geschriebener Glückseligkeit. Wir haben uns richtig in den kleinen Van verliebt oder vielleicht auch nur das Gefühl der vollkommenen Flexibilität und Mobilität, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall waren diese etwas mehr als 72 Stunden für uns beide etwas ganz Besonderes, wofür ich mehr als dankbar bin. Dankbar, eine Freundin wie Isi zu haben, mit der ich etwas Besonderes wie diesen Vantrip erleben durfte.

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Und glaubt mir, für einen Roadtrip sollte man sich im wahrsten Sinne des Wortes riechen können 😼

xx

in freundlicher Zusammenarbeit mit Tito, dem wohl tollsten AirBnB – Gastgeber überhaupt 

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